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Geschichte von Zell

Nach dem Niedergang der Römerherrschaft in diesem Gebiet waren in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts alemannischschwäbische Stämme hier sesshaft geworden. Mit den zu Beginn des 6. Jahrhunderts von Mittel- und Unterrhein nach hier vordringenden fränkischen Eroberern nahmen festere staatliche Formen und das Christentum seinen Eingang. Als Königsgut entstanden Pfalzen und Kirchen, neben denen die Ansiedlungen zu Dörfern erwuchsen. Der Kirchhof in Zeil, ein castrum mit starker Blockmauer, auf einer Landzunge gelegen, weist durch diese Mauer in die Gründungszeit der Hohenstaufen. Schon früh gehörte der Ort, der 1229 als „Ceila" erwähnt wurde, zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Aichelberg-Kersch.

Auch Ortsadel bestand hier, denn 1229 ist ein Edler Ulrich von Zeil als Richter in der Reichsstadt Eßlingen bestallt. Neben den Grafen von Aichelberg-Kersch waren auch die Herren von Staufeneck hier begütert. Ab dem Jahre 1303 ging der Ort an das Kloster Adelberg über und bildete fortan zusammen mit dem Dorfe Altbach das Zeller Viertel des Klosteramtes Adelberg. Da die Klostervogtei den mächtig gewordenen und sehr streitbaren Grafen von Württemberg zustand, kam in der Folgezeit zu andauernden kriegerischen Fehden mit benachbarten Herrschaften, insbesondere mit der Reichsstadt Eßlingen. Gar oft wurde Zeil in deren Verlauf schwer bedrängt und hart mitgenommen. So wurde das Dorf 1449 im Städtekrieg von den Eßlingern erobert und völlig niedergebrannt. Auch die Folgezeit brachte Zeil noch oft hartes Kriegslos, denn die kriegerische Machtpolitik der Württemberger Grafen führte immer wieder zu Streitigkeiten.

1519 unterstand dann das Dorf der Oberhoheit des Schwäbischen Bundes, nachdem Herzog Ulrich von Württemberg und die ihm verbündeten Heere des Markgrafen Karl I von Baden und des Bischofs Gregor von Metz einer Streitmacht unter Kurpfalzgraf Friedrich I unterlegen war. Herzog Ulrich wurde in Gefangenschaft zur kurpfälzischen Residenz Heidelberg gebracht und erhielt erst nach Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder seine Freiheit. Mit Unterstützung des Landgrafen Philipp von Hessen gelang ihm 1534 die Zurückeroberung seiner Herrschaft und Lande. Im gleichen Jahr führte Graf Ulrich die Reformation in seinen Landen durch. Mit dem Schmalkaldischen Krieg kam 1546/47 neues Leid über den Ort, als spanische Truppen des Herzogs von Alba das Land überschwemmten. Die schlimmste Leidenszeit brachte der 30-jährige Krieg, der mit wechselhaftem Kampfgeschehen Freund und Feind in diesen Raum führte.

Am Schlimmsten wurde es nach der Schlacht bei Nördlingen 1634, als die siegreichen Heere des römischen Königs Ferdinand brandschatzend und plündernd durchs Land zogen. Die Franzoseneinfälle der Jahre 1688, 1689, 1693 und 1707 brachten Leid und Not und 1796 sind erneut die französischen Eroberer hier. Kurfürst Friedrich von Württemberg schloss 1805 mit Napoleon I. einen Bündnisvertrag, der ihm neben der Oberhoheit über allen reichsstädtischen, fürstlichen und kirchlichen Besitz in Württemberg auch den Königstitel einbrachte. Die Niederlage der Franzosen bei Leipzig 1813 brachte deren Rückzug und nur unter Garantie seiner Königswürde seitens Österreichs schloss sich Friedrich von Württemberg den Verbündeten an.

 
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